2019 Andalusien / 3. Teil

Â đŸ€—

Stationen

Tarifa/Camping "Rio Jara", Playa de Bolonia/Baelo Claudia,

Vejer de la Frontera, Golfo de Caditz, Cabo de Trafalga, 

Cadiz, Costa de la Lutz/Playa de Rota, Rota, Chipiona,

Sevilla, Matalascanas, Nationalpark Cote Donana, Huleva

20. April🌞

Ja, wir haben uns entschlossen ein paar Ruhetage einzulegen, auch um einmal durchzuatmen und unsere Campingmöbel zu nutzen. Leider ist ein Campingverhalten auf den meisten Stell-/ÜbernachtungsplĂ€tzen nicht erwĂŒnscht und ein Runter- und Ankommen fĂ€llt dann etwas schwer. Aber wenn man auf Reisen ist, geht es oft nicht anders, weil man möglichst nahe am ausgesuchten Ziel eine Übernachtung sucht. Und man freut sich ĂŒber jeden annehmbaren Platz, den man findet. Die CampingplĂ€tze liegen selten zentral.

Wir sind jetzt auf dem Campingplatz "Rio Jara", der ca. drei km von Tarifa entfernt ist, gestrandet. Er hat eine gute Lage mit Meerzugang und nach dem ersten Eindruck ist er fĂŒr unsere AnsprĂŒche ausreichend. Die StellplĂ€tze erscheinen uns etwas schmal, aber fĂŒr die drei, vier Tage ist das Ok.

Gestern abend, nachdem wir uns hĂ€uslich eingerichtet hatten, wollten wir noch einen Strandspaziergang machen. Doch das ging nicht und wir waren zuerst ganz schön erschrocken, bis wir eines Besseren belehrt wurden. Der Fluss, der sich unmittelbar zwischen Camping und Meer seinen Weg bahnt, war voller Wasser! ZusĂ€tzlich wurde das  Flusswasser von der Kraft der Flut bis an die BrĂŒcke gedrĂŒckt. Um den Strand und das Meer zu erreichen, hĂ€tten wir eine Strecke im Fluss-Wasser zurĂŒcklegen mĂŒssen und wĂ€ren mindestens bis zu den HĂŒften nass geworden. FĂŒr Sweety gar nicht machbar mit den Ohren.

Also, das Meer mit dem Sandstrand blieb an diesem Abend fĂŒr uns unerreichbar.......

Aber dann am Samstag sind wir gleich nach dem FrĂŒhstĂŒck zum Strand und siehe da, die Flut war weg und der Fluss war wieder brav in sein "Bett" zurĂŒckgekehrt. Das Licht war bezaubernd, das Meer ruhig und kein LĂŒftchen bewegte sich. Am schönsten war dieser lange, breite, feinkörnige Sandstrand! Wir wanderten rechts am Strand entlang und erreichten u.a. eine Strandbar, einen Pferdehof und eine Kitesurfer-Schule. Sogar an einem geduldeten Stellplatz fĂŒr Womos kamen wir vorbei.

Es war ein sehr schöner langer Spaziergang und irgendwann am Nachmittag waren wir zurĂŒck auf dem Camping. Jetzt schnell "Feuer unterm Herd" und was Leckeres gezaubert, denn solch ein Strandtag macht hungrig.

Hier ein paar Bilder von diesem Tag:

Das ist der Zugang zum Strand vom Camping - jetzt ohne das Flut-Wasser!

FĂŒr das Auge war diese Wanderung sehr abwechslungsreich, mehr oder weniger auch durch die hĂŒbschen (spanischen) Kiefern und das heideĂ€hnliche blĂŒhende Naturschutzgebiet!

Das ist die Fernsicht von der Straße, bevor wir zum Camping abbogen. Dieser Blick hat uns gesagt, hier bleiben wir!
Das ist die Fernsicht von der Straße, bevor wir zum Camping abbogen. Dieser Blick hat uns gesagt, hier bleiben wir!
Nun lassen wir diesen Ostersamstag mit netten GesprÀchen hier und dort auf dem Platz ausklingen.


21. April

Heute ist Oster-Sonntag!

Wir wĂŒnschen euch allen ein frohes und gesundes Osterfest!

Danke, ihr lieben OsterhÀschen. Wir haben uns sehr gefreut!
Danke, ihr lieben OsterhÀschen. Wir haben uns sehr gefreut!

Heute sollte es in die andere Richtung gehen und zwar nach Tarifa. Aber nicht mit dem Womo, sondern zu Fuß! Sweety muss sich bewegen, sie hat schon zugenommen vom wenigen Toben und meine Verstauchung ist besser geworden.

Ach, ja, ich habe mir vor 3 Tagen meinen Zeh gestaucht, er ist blau und grĂŒn, sieht gut aus. Zum GlĂŒck hatte ich Pferdesalbe mit! 

Also, los geht's, ein richtiger langer Osterspaziergang soll es werden. Die RucksĂ€cke sind gepackt und der erste Teil des Weges fĂŒhrt ca. 500 m neben der Straße auf einem ausgetretenen Pfad entlang. Danach geht es rechts in das Naturschutzgebiet und weiter auf einem Holzsteg, der von der EU gefördert wurde. Man kann das StĂ€dtchen Tarifa nicht durchgehend ĂŒber den Strand erreichen, weil FlusslĂ€ufe den Weg versperren.

Noch ein Wort zu Tarifa. Es ist ein kleines StĂ€dtchen mit arabischem Einschlag und es ist die sĂŒdlichste Stadt des europĂ€ischen Festlandes, wo das Mittelmeer und der Atlantik aufeinandertreffen. Getrennt von Afrika durch die 14 km breite "Straße von Gibraltar". Man kann von hier aus das marokkanische Atlasgebirge sehr gut erkennen.

Und immer wieder diese blĂŒhenden Heidewiesen, die zum fotografieren verfĂŒhren.

Wir haben diesen 4 km langen Weg tatsĂ€chlich geschafft, sind aber auch ein gutes StĂŒck am Strand entlanggelaufen. Dabei sahen wir die TragflĂ€chenboote, die in 30 Minuten Afrika (Tanger) erreichen. 

Die vorgelagerte Vogelschutzinsel (Punta Marroqui) ist vom Strand aus zu sehen (Leuchtturm) und nur mit Voranmeldung und einer FĂŒhrung zu betreten. Das haben uns andere Touristen erzĂ€hlt.

Bis dorthin sind wir gewandert und dann gab's in der Strandbar eine wohlverdiente kulinarische Pause. Es war mittlerweile schon Nachmittag und wir hatten ja den gleichen Weg rĂŒckwĂ€rts. Also ging's ganz langsam wieder zum Camping zurĂŒck.

Die Sonne hatte sich mittlerweile versteckt und der Wind frischte auf, die Kitesurfer kamen auf ihre Kosten. Wir heizten uns ein, indem der Grill zum ersten Mal in diesem Jahr angezĂŒndet wurde. Ein schöner Sonnenuntergang war die Krönung.

(Das sind alles Wildblumen, die am Wegesrand wachsen.)


22. April

Es ist Ostermontag - wir hĂ€tten gerne einmal draußen gefrĂŒhstĂŒckt, aber wieder war der Himmel wolkenverhangen, es sah aus, als sei es Hochnebel. Es war sehr windstill und so sind wir eine lange Runde am Meer mit Sweety gelaufen. 

Zwei Reitergruppen hatten die gleiche Idee.

Zuerst in Richtung Tarifa, weil wir wissen wollten, wann der Fluss im Meer mĂŒndet und dann in die andere Richtung. Dort, ganz weit hinter dem Camping saß eine grĂ¶ĂŸere Kite-Surfer-Gruppe im Sand und wartete! Ja, sie warteten auf Wind! Und wir als Laien dachten, na, das wird wohl heute nichts, denn so windstill war es die ganzen Tage nicht.

Falsch gedacht, das Wetter hier ist nicht berechenbar. Zu Mittag kam heftiger Wind auf und ĂŒberall waren die bunten Gleitschirme zu sehen, von Tarifa bis zum Ende in westlicher Richtung. Gute sechs km nur buntes Gewimmel am Himmel bis zum Abend.

Das haben wir uns nicht entgehenlassen und sind nocheinmal losgewandert. Es waren inzwischen Hunderte Kitesurfer und auch die Surfschulen am Strand, sicher ein Treffen zu Ostern?

Zwischendurch haben wir etwas gegrillt und ein wenig mit netten Nachbarn geplaudert. 

Ach ja, ich hatte auch noch WĂ€sche  - und das OsternđŸ€—. Alles trocken geworden.

Und nun ein paar Bilder vom heutigen letzten Tag auf diesem Campingplatz:

Diese vier Tage waren schön fĂŒr uns hier am Strand von Tarifa und auch fĂŒr Sweety, die sich bald wie zu Hause fĂŒhlte.  

Wir haben eine grobe Planung fĂŒr die nĂ€chsten Touren gemacht, denn einige Reiseziele liegen ja noch in Andalusien vor uns, bevor wir Portugal erreichen.


23. April

Es hat die ganze Nacht wie aus Kannen gegossen. Am Morgen waren auf dem Camping ĂŒberall kleine "Teiche" und die Sweety blieb im Korb liegen, bis wir gegen halbzwölf dem Camping TschĂŒĂŸ sagten. Erst als wir ein kleines StĂŒck gefahren waren, kam die Sonne zum Vorschein, man glaubt es nicht. Nun konnten wir unsere Tour doch noch bei Sonnenschein, wie geplant, starten. Wie gesagt, das Wetter ist hier völlig anders, als bei uns in Vorpommern, so unser Empfinden.

Das war die Tour heute. Zuerst die antike AusgrabungsstĂ€tte Baelo Claudia, dann die weite Sandbucht von Bolonia mit der DĂŒne und zum Abschluss das schneeweiße StĂ€dtchen Vejer de la Frontera
Das war die Tour heute. Zuerst die antike AusgrabungsstĂ€tte Baelo Claudia, dann die weite Sandbucht von Bolonia mit der DĂŒne und zum Abschluss das schneeweiße StĂ€dtchen Vejer de la Frontera

🚐🚐

Die Fahrt war kurz und schon standen wir auf dem Parkplatz vor dem Museum der archĂ€ologischen StĂ€tte, die sich nahe dem Dorf Bolonia befindet. Mit unserem "Kleinen" passten wir in die ParklĂŒcke. Zwei grĂ¶ĂŸere Womos standen quer, weil kein Platz war. Es war auch ganz schön was los. Also, um es kurz zu machen, wir durften unseren Hund nicht mit auf den Rundgang nehmen. Da Sweety, bedingt durch den Regen, jetzt aber unbedingt laufen wollte, verzichteten wir ersteinmal und wanderten zum Strand. Und das war gut so, denn ringsherum um diese römischen Ruinen (2. Jh. v. Chr.) fĂŒhrte ein Holzsteg und von dem konnte man wunderbar die Reste dieser Ansiedlung bestaunen. Das haben wir zufĂ€llig entdeckt und uns alles angesehen, so gut es ging.

So schlenderten wir dann gemĂŒtlich diesen Steg weiter.... und vor uns lag der Atlantik mit dem bisher schönsten Strand dieser Reise!

Wenn es auch nur 17 Grad waren und ab und zu dunkle Wolken aufzogen, so war es doch eine sehr angenehme Wanderung, die alle Sinne ansprach.

Ein bisschen Übermut muss auch mal sein.....viele Fischerboote lagen am Strand und einige saßen dahinter und verzehrten das Mitgebrachte.

Leider konnten wir die DĂŒne nicht mehr hochkrabbeln, denn plötzlich kamen dunkle Wolken auf und erste Tropfen fielen.

Also sind wir zurĂŒckgestapft ;kaum waren wir in DorfnĂ€he, schien die Sonne wieder😜. 

Dann sahen wir beim Vorbeigehen unterhalb der AusgrabungsstÀtte auf einem fast nicht zu befahrenen GelÀnde einige Womos aus aller Herren LÀnder stehen. Sicher illegal und kostenlos?

Kurz davor gab es aber einen großen ehemaligen Parkplatz vor der RuinenstĂ€tte, der mit einem Tor verschlossen war. Schade, dieser Platz hier unten am Strand wĂ€re ein wirklich toller Stellplatz, vorausgesetzt man will es. Doch wie es aussieht, ist er ewig nicht befahren worden, obwohl man ihn einmal aufwendig hergerichtet hat, sogar mit SanitĂ€rgebĂ€ude.

👍

Man wird den Gedanken nicht los, dass die Womotouristen keine besondere Lobby in Spanien haben. Irgendwie sehr schade das ganze. Das wÀre ein guter Stellplatz gewesen.

😜

Na, das ist ja auch nicht so schlimm, wir finden immer ein Fleckchen, das uns gefÀllt und auf dem wir bleiben können, bis die RÀder wieder rollen.

🚌

Und nach diesem Strandlauf starten wir nun den Motor wieder und fahren ein paar Kilometer weiter bis nach Vejer de la Frontera.  

Das ist ein schneeweißes StĂ€dtchen und aus der Ferne gesehen trohnt es wie ein Adlernest auf einer Anhöhe. Wir haben es gewagt in die Stadt zu fahren und hatten GlĂŒck mit einem Parkplatz mit unserem 5,40 m Womo.

Die Straßen sind aber sehr eng und mit etwas grĂ¶ĂŸeren Mobilen sollte man ĂŒber Camper-Kontakt ggf. einen Platz vor der Altstadt ansteuern. Ein Stadtbummel lohnt sich!

Nun ja, wir hatten Lust und Zeit, nachdem wir uns ersteinmal tĂŒchtig gestĂ€rkt hatten, einen ausgiebigen Bummel durch dieses StĂ€dtchen mit langer Vergangenheit zu machen.

Ein bisschen GlĂŒck hatten wir auch, denn vor uns ging eine Reisegruppe, die geradewegs zu einem der alten Stadttore unterwegs war, um auf die Stadtmauer zu steigen. Alleine hĂ€tten wir den Weg dorthin nicht gefunden, so verwinkelt sind die schmalen Gassen in der Altstadt. Es gibt viele PlĂ€tze, besonders der "Plaza de Espana" mit dem schönen Brunnen, einige Stadttore, eine Festung und vieles mehr. NatĂŒrlich auch LĂ€dchen, in denen man Stöbern kann und CafĂ©s, in denen man verweilt, wenn die FĂŒĂŸe weh tun.

Es wurde nun Zeit und wir suchten per Camper-Kontakt unseren Stellplatz in der NĂ€he der Stadt auf. Es war ein WindmĂŒhlen- Platz. Doch so richtig sagte er uns nicht zu, war von Bauarbeitern zugeparkt.  Und deshalb rollten wir den Weg noch ca. 200 m weiter. Und siehe da, hier war eine vorgelagerte Grillwiese und nun stehen wir seitlich davon im GrĂŒnen und hatten sogar noch Besuch. Der Bauer trieb gerade seine KĂŒhe zurĂŒck und signalierte uns ein Ok. 

Navi Daten: N 36.24173 , W 5.96473

Das war ein erlebnisreicher Tag.

24. April

Und das ist heute abend unser Übernachtungsplatz! 

Wir befinden uns jetzt am Golfo de Cadiz und zwar beim Dörfchen El Palma in der NÀhe der Stadt Conil de la Frontera an einem breiten langen Strand. 

Hier stehen wir noch mit drei Womos und fĂŒhlen uns sicher, denn soeben ist ein Polizeiauto Kontrolle gefahren. Alles Ok. Wir werden (ohne Campingverhalten!) ĂŒber Nacht geduldet.

Navi Daten:  N 36.24410,  W 6.077468

Wie verlief heute der Tag?

Gleich morgens sind wir von unserer "Übernachtungswiese" (mit den KĂŒhen) nur ein paar Kilometer zum Cabo de Tralfalga gefahren, um von dort zum Leuchtturm zu wandern. 

Das Wetter war zum Wandern Ok, der Wind ist zwar sehr frisch gewesen, aber kein Regen. Ab und zu kam die Sonne bei 18 Grad auch durch. Es war eine absolut schöne Wanderung und wir waren nicht die einzigen, die den brausenden Atlantik und den Leuchtturm oben auf der Anhöhe erleben wollten. Es erschien mir alles viel rauher, als gestern. Die Strandblumen waren kleiner und sahen anders aus. Auch die Steinformationen hatten eine ganz andere Form.

Wir konnten gar nicht verstehen, weshalb der Parkplatz, der im ReisefĂŒhrer angegeben ist um zum Leuchtturm zu wandern, geschlossen hatte. 

Zum GlĂŒck gab es fĂŒr unseren Kleinen eine ParklĂŒcke auf der gegenĂŒberliegenden Straße direkt vor einer GaststĂ€tte. 

(Benutzen hÀtten wir den Park-Platz eh' nicht, denn wie so oft: Höhenbegrenzung! )

Viele Womos fuhren am Ausgangspunkt des Wanderweges vorbei, denn es gab keine Chance irgendwo in der NÀhe zu parken. Sehr schade, denn esist ein schönes Fleckchen. 

Ein nettes Strandlokal konnte man somit auch nicht besuchen, das sich am Weg zum Leuchtturm befindet.

WĂ€hrend wir hierher fuhren, sahen wir ĂŒberall saftige Wiesen mit richtig starken Bullen darauf grasen und sogar Felder, auf denen das Getreide schon recht gut stand. Alles war so grĂŒn, wie man es nur aus Nordeuropa kennt.

Weil wir einen Platz suchten, um uns nach der Wanderung etwas zu entspannen und ggf. zu ĂŒbernachten, sind wir wieder ein kleines StĂŒckchen (zuletzt nur geschotterter Weg) weitergerollt und stehen nun hier, wie oben bereits erwĂ€hnt, mit einem schönen Blick auf den Atlantik, um zu ĂŒbernachten.

Aber lange hielt uns nichts im Womo, denn es war noch Zeit. Wir mussten wieder ein paar Runden mit Sweety drehen, die sich endlich tippi-toppi wohl fĂŒhlt.

Auch das war einfach nur schön, wenn der Wind auch mĂ€chtig auffrischte und Sweetys Augen voller Sand waren. Zuerst liefen wir am langen, feinkörnigen Sandstrand entlang, immer mit dem Blick auf die weißen HĂ€user von Conil de la Frontera, bis wir rechts in ein großes WiesenstĂŒck abgebogen sind. Von hier kann man auch bis zur Stadt maschieren und außerdem einen geschichtstrĂ€chtigen Turm von 1725 kreuzen. Das Meer bleibt der treue Begleiter, nur der Wind war angenehmer, etwas abseits vom Wasser.

Wieder ein Blumenbild! Vielleicht nervt es schon, aber ich kann mich so sehr ĂŒber die Blumen am Wegesrand freuen. Warum das so ist, ich weiß es nicht so genau. Vielleicht deshalb, weil es bei uns in Deutschland an den Wegen und StraßenrĂ€ndern keine Wildblumen mehr gibt. Als Kinder haben wir oft ganze StrĂ€uße vom Spielen in der Natur mit nach Hause gebracht.

Dieser Natur-Wandertag war Erholung pur. Beim Kochen zÀhlten wir die Wochen seit wir unterwegs sind. Deshalb, weil wir noch mit der ersten (2 x 11 kg haben wir mit)  

11 kg-Flasche auskommen, obwohl wir ja anfangs geheizt haben und der Boiler auch auf Gas lÀuft.

Mit unserer Solaranlage sind wir absolut zufrieden, wieder brauchten wir keinen Landstrom auf dem Camping fĂŒr unseren mit Strom betriebenen KĂŒhlschrank nehmen. (Na, ja, auch wenn der Wind blĂ€st, die Sonne hat ja mĂ€chtig Kraft, um alles zu speisen.)

Und was mir auffĂ€llt: Überall wo wir stehen, auch in der Pampa, hatten wir bisher immer einen ausgezeichneten Empfang ĂŒber die mobilen Daten (Internet). 

Deshalb kann ich auch immer zeitnah die Erlebnisse aufschreiben. Vielen Dank an die treuen visuellen Begleiter und auch fĂŒr die netten Worte, die uns erreichen. Wir sind ja keine Profis, alles ist so geschrieben, wie wir es erleben und empfunden haben. Und in erster Linie fĂŒr uns, damit wir wissen, wo wir gestern waren (das KurzzeitgedĂ€chtnis ...!)


25. April

Heute Nacht fing es an zu regnen und wollte gar nicht wieder aufhören. Der Sand und das Salz waren vom Regen abgewaschen worden und das Womo sah aus, als wenn wir durch die WĂ€sche gefahren wĂ€ren. Nun gut, der Himmel war grau, aber das kann sich Ă€ndern, so unsere Erfahrung. Nach dem FrĂŒhstĂŒck ging es nach Conil de la Frontera zum gut sortierten Aldi-Markt und als wir im Womo beim Verstauen der ganzen Dinge waren, schien plötzlich die Sonne! 

Auf ging's zu unserem heutigen Ziel und zwar nach Cadiz.

Wir hatten uns dort einen Park-/Stellplatz am Stadthafen ausgesucht und stehen jetzt direkt vor dem Kreuzfahrtschiff: "AIDA Stella".

Navi-Daten: N 36.53754,  W 6.29014   Beachten:

Das Park-Ticket ziehen und fĂŒr 24 Std. incl. Übernachtung nur 3,00 Euro beim ParkplatzwĂ€chter mit dem Hinweis "Camper-Ticket" bezahlen.

Cadiz ist eine Provinzhauptstadt und wurde bereits um 1100 v. Chr. gegrĂŒndet. Sie hat viel Industrie und einen Hafen und liegt am Ende einer langen Landzunge. Die Außenbezirke erscheinen beim Durchfahren ersteinmal nicht so einladend. 

Doch die Altstadt am Ende der Halbinsel, in dessen NĂ€he wir stehen, bietet dem Besucher einiges an SehenswĂŒrdigkeiten.  Eine Altstadt, die viele enge Gassen hat und in denen es sich gut bummeln lĂ€sst. Man kommt von einem Platz zum nĂ€chsten, muss sich aber konzentriert orientieren. Auch wenn Wegweiser aufgestellt sind, man findet die SehenswĂŒrdigkeiten nicht auf einen Blick.

(wir hatten keinen Stadtplan, nur das Handy) Es waren heute sehr viele Touris unterwegs, sicher alle von der "Aida", die jetzt den Hafen verlassen hat.

Jedenfalls haben wir die Zeit vergessen, ließen uns einfach treiben und waren erst am Abend wieder am Womo. 

Ganz besonders schön war die Kathedrale, die Uferpromenade und der Park Genoves am Nordrand der Stadt. Man kann im ReisefĂŒhrer ja alles nachlesen und deshalb halte ich mich jetzt kurz. Die Bilder sagen mehr als Worte.


26. - 28. April

Wir haben es doch tatsÀchlich drei Tage an einem Fleckchen ausgehalten! Also, nacheinander!

Dass wir nach dem Stadtbesuch in Cadiz Lust hatten ans Meer zu fahren, war klar. Die Wahl fiel auf die langen StrÀnde der Costa de la Lutz, also um Rota herum. 

Rota ist ein kleines StĂ€dtchen und ein sehr beliebter Badeort, weil die lagunenartigen Buchten vor den starken Winden etwas schĂŒtzen. In Rota soll man beschaulich Urlaub machen können, von Massentourismus und riesigen Hotels keine Spur.

Vielleicht machen wir noch einen kurzen Stopp morgen vormittag, bevor wir weiterfahren.

Von Cadiz bis hierher war es ein Katzensprung. Angekommen, suchten wir uns ein PlÀtzchen auf dem ausgesuchten Stellplatz.

Navi Daten: N 36.637434,  W 6.391894  

Zu beachten wĂ€re: Ganz kurz vorher fĂ€hrt man auf einen kleinen Kreiseverkehr zu. Davor steht links und auch rechts ein Sackgassenschild. Die linke Sackgasse ist der offizielle Platz, der auch Ent- und Versorgung anbietet, die rechte Sackgasse ist etwas ruhiger und windgeschĂŒtzter. Hier hatten wir das große GlĂŒck, einen wirklich sehr schönen Stellplatz in der ersten Reihe zu bekommen. 

(Beide sind mit direktem Strandzugang.)

Und was macht man so, wenn man drei Tage steht? 

Man genießt die Sonne und das Meer. Das Wetter war ausgesprochen schön und der Wind war nur leicht mĂ€ĂŸig. 

Wir haben einfach die Seele baumeln lassen und die Stunden sind ohne auf die Uhr zu schauen, vergangen. Dass wir auch noch links und rechts von uns sehr nette Camper-Nachbarn hatten und man etwas plaudern konnte, war natĂŒrlich schön.

Etwas gebrutzelt wurde auch und anschließend haben wir uns das Essen an den langen Strandabschnitten wieder abgelaufen. Ja, so sind diese Tage vergangen und morgen werden wir dann weiterrollen.

Das eine Bild zeigt die "Corales de Rota". Soweit ich nachlesen konnte, sind das Naturmonumente aus Sandstein hier am Playa Punta und Playa de Rota.

Die Römer setzten dieses Material ein, um im Meer kleine Parzellen zu installieren. Sie ĂŒbermitteln die traditionelle Art und Weise des Fischfangs aus der Römerzeit. 

Man baute sie zu Fischfarmen um. Die Meerestiere werden bei Flut hineingespĂŒlt und bei Ebbe werden sie dann gefangen. 

Der Sonnenuntergang war ĂŒbrigens der erste im Meer in dieser ganzen Zeit. Und die "Sitzecke" an unserem Platz habe ich vom Womo heraus fotografiert. Die NĂ€chte waren sehr ruhig.

Der Platz ist kostenlos, nur im Juli und August kassiert man 2,00 Euro. Die Polizei fĂ€hrt ab und zu Streife und es wird toleriert, dass sich die StĂŒhle und der Tisch vor dem Womo befinden.. 

Hier stehen EnglĂ€nder, HollĂ€nder, Belgier, Franzosen, sehr viele spanische Womos und ich glaube drei DauergĂ€ste, sogar mit Wohnwagen. Nur drei Womos mit deutschem Kennzeichen waren hier. Übrigens, es kommen sogar zwei BĂ€ckerwagen am morgen. Der Strand ist nur 20 Schritte entfernt und hat einen vorgelagerten, geschĂŒtzten Pinienstreifen mit vielen SanddĂŒnen zum Wandern.

Auch ein schöner Radweg fĂŒhrt nach Rota, wo es eine hĂŒbsche See-Promenade geben soll. Zu Fuß, immer am Wasser entlang, kann man Rota auch erreichen. 

Das war ein sehr schönes letztes Aprilwochende hier an der Costa de la Luz.đŸ€—đŸŒžđŸ˜š


29. April

Heute morgen sagen wir nun unseren zwei Nachbarn TschĂŒĂŸ. Der eine fĂ€hrt jetzt scheibchenweise nach Hause, er war etliche Monate unterwegs und der andere (hallo Sven) arbeitet in Andalusien von seinem Womo aus. Er hat eine Internetfirma in Deutschland.

Das Wetter lĂ€dt uns förmlich ein,  heute frĂŒh nach Rota zu rollen, um uns das kleine beschauliche StĂ€dtchen anzusehen. Wir mĂŒssen sagen, es hat uns dort sehr gut gefallen. 

Alles war sauber und fein herausgeputzt. Einen Parkplatz fanden wir in unmittelbarer NĂ€he zur kleinen Einkaufsmeile. Von dort konnte man in alle verwinkelten GĂ€sschen laufen und kam direkt auf die wenigen, aber sehr schönen SehenswĂŒrdigkeiten zu. Danach gings dann weiter zum wirklich ansprechenden Strand mit der Promenade.

Was ich schon immer mal schreiben wollte: 

Überall in den Orten, durch die wir spaziert sind, stehen die HaustĂŒren zum Teil offen, so dass man die wunderhĂŒbschen gekachelten FlureingĂ€nge bestaunen kann. Manchmal erhascht man auch einen Blick weiter bis in den Wohnbereich.

Und hier war es so, dass in den Kacheln noch kleine Szenen eingearbeitet waren. Zwei davon hab' ich mal fotografiert.

Was mir noch aufgefallen ist, das sind die angebrachten Straßennamen auf den Kacheln mit dem passenden Bildnis dazu. Das sahen wir bis jetzt nur hier in Rota.

Und nun einige Aufnahmen von der Kirche und dem Castillo (ich bekam eine private FĂŒhrung von einem Herrn, der dort wohl etwas zu sagen hatte, sehr nett)  sowie von den vielen kleinen PlĂ€tzen, die zum Verweilen einladen.

Um die Mittagszeit waren dann auch schon viele Einheimische unterwegs und dementsprechend laut wurde es in den LokalitÀten. Wir haben uns mittlerweile daran gewöhnt, dass die Spanier alle gleichzeitig erzÀhlen und dazu in einer LautstÀrke ...... gut, dass man "nix" versteht. 

Ja, wir mĂŒssen sagen, Rota hat sich den Charme eines ehemaligen FischerstĂ€dtchens bewahrt, auch wenn es jetzt ausschließlich touristisch orientiert ist. Bettenburgen sucht man vergebens und ich kann mir vorstellen, dass man hier einen erholsamen Badeurlaub verleben kann.

Am frĂŒhen Nachmittag rollen unsere RĂ€der dem nĂ€chsten Ziel Sevilla entgegen. Aber nicht ohne uns vom Atlantik mit Kaffee und Kuchen fĂŒrs erste zu verabschieden. Dazu ging es bis kurz vor Chipiona und dort kann man mit dem Camper direkt vor den Strand fahren, wie man sieht.   

Heute Abend gegen 19.00 Uhr trudeln wir hier auf dem Stellplatz in Sevilla ein. 

Was wir uns ansehen werden und wie wir es morgen schaffen (mit Sweety bei den Temperaturen), das werden wir spontan entscheiden. Wir hatten heute abend noch +30 Grad.


30. April

Sevilla - die Stadt am Rio Guadalquivie - Hauptstadt Andalusiens

Unseren Stellplatz haben wir ja gestern angefahren, damit wir rechtzeitig am Morgen die Stadt besichtigen können. 

Navi Daten: 

N 37.36281,  W 5.99445 

Der Platz:

"Area de Autocaravanas" Camper-Kontakt, 12,00 Euro V+E

Na, ja, ĂŒber diesen Platz kann man geteilter Meinung sein. Uns hat eine Übernachtung ausgereicht.

Der Stellplatz liegt am Ufer des Guadalquivir und von dort sind wir morgens um 8.00 Uhr zu Fuß losmaschiert. Man geht rechts ĂŒber die große AutobrĂŒcke, darunter fließt der Fluss und hĂ€lt sich dann links, um in den Park zu gelangen. 

Vom Park ist es nicht mehr weit und man befindet sich balb im Zentrum und kann die Altstadt schon sehen. Vorallem den Torre dl Oro und den Glockenstuhl - Giraldaturm - der Kathedrale. 

Wir wollten den Bus nehmen oder ein Taxi, das war der Plan. Aber die Auskunft an der Rezeption war, als wir das Anmeldeformular ausfĂŒllten, "nicht mit Hund!" weder im Bus noch im Taxi!

Trotzdem, der Spaziergang durch den Parque Maria Luisa am frĂŒhen Morgen war sehr schön, angenehm kĂŒhl und ganz alleine!  

Unmittelbar nach dem Park kommt man zum Alcazar Sevilla und zur Kathedrale. 

Ein wenig erschrocken waren wir, als wir die anstehenden Touristen sahen, die entweder den Königspalast oder die Kathedrale von innen besichtigen wollten. Aus Neugier haben wir die eine Warteschlange abgeschritten. Sie war ca. 300 Meter lang, pro Meter standen 3-4 Leute!  Nein, anstehen wollten wir nicht. Es hÀtte ja nur einer hinein gekonnt (Sweety).

Also haben wir beschlossen, uns mit der Kutsche durch die Stadt fahren zu lassen, um ein paar  fußlĂ€ufige Kilometer zu sparen! Und auch, weil die Sweety mitfahren durfte. 

(45,00 Euro, im Vergleich zum Touribus mit 17,00 Euro pro Person ist das Ok)

Das war eine tolle Idee und wir haben diese eine Stunde sehr genossen!

Nun wussten wir, wo es uns am besten gefallen hat und dort sind wir anschließend ohne langes Suchen auf dem Stadtplan noch einmal hin spaziert. 

Ganz besonders hat mir das alte jĂŒdische Viertel - der Barrio de Santa Cruz - gefallen. Die engen Gassen mit den blumengeschmĂŒckten Fenstern waren ein Foto wert.

Und einfach wunderschön anzusehen war der Plaza de Espana. Dort fuhren wir auch mit der Kutsche vorbei und haben uns dann spÀter alles in Ruhe angesehen.

Zwischendurch haben wir uns natĂŒrlich auch hier dort ein schattiges PlĂ€tzchen in einem der zahlreichen Lokale gesucht, etwas gegessen und Sweety eine Ruhepause gegönnt. 

Mittlerweile wurde es wĂ€rmer und die Stadt fĂŒllte sich mit den Touris aus den Reisebussen und von der MS Berlin. Es wurde eng und laut! 

Wir sind dann ganz in Ruhe zurĂŒck zum Stellplatz gegangen, natĂŒrlich auch wieder durch den schattigen Park. 

Das letzte StĂŒck ĂŒber die BrĂŒcke und die lange "Piste" zum Stell-Platz hat der Edwin die Sweety getragen, denn wir hatten um 15.00 Uhr sage und schreibe 34 Grad! 

Schnell das Womo gelĂŒftet, auch noch geduscht und die Klimaanlage angemacht. 

Und dann ging's ab, raus aus der Stadt und aus der Hitze in Richtung Meer nach Matalascanas ca. 130 km, am Rande des Nationalparks Cote Donana.

Navi Daten N 36.98418, W 6.52899.

Hier stehen wir nun direkt am Meer mit guten 26 Grad und etwas Wind. Hier lassen wir alles, was wir gesehen und erlebt haben, sacken.  


Sevilla ist eine tolle Stadt. Wir haben nur einen winzigen Teil gesehen, aber mehr hatten wir auch nicht vor.

Hier am Meer und am Nationalpark wollen wir uns ein wenig von der Anstrengung erholen. 


1. Mai

Es ist wie verhext, unsere Sweety hat heute abend wieder leichte Ohrenschmerzen bekommen. Wir haben volle 10 Tage die Tropfen gegeben. Die TierĂ€rztin war ja gleich nicht so optimistisch, wie wir. Sweety hatte bisher keine Probleme. Es sollen die HĂ€rchen im Gehörgang sein, die pieken. Morgen frĂŒh gehen wir zum Tierarzt. đŸ¶

Wir sind deshalb noch heute abend um 20.00 Uhr in die grĂ¶ĂŸere Stadt, nach Huelva, gefahren und stehen jetzt auf einem Stellplatz zum Übernachten. Der Platz ist ca. 1,5 km vom Tierarzt entfernt. Mit einem Parkplatz in der Stadt wird's nur ganz frĂŒh etwas, deshalb werden wir  beizeiten aufstehen.

Übernachtungsplatz von Campercontakt:

N 37.26611,  W 6.93926

👍

Eigentlich war es ein schöner erster Mai, nicht nur vom Wetter her. Wir haben es uns heute richtig gut gehen lassen hier in Matalascanas.

Relaxen am Strand und wandern auf dem Holzsteg immer entlang des Naturschutzgebietes Donana. 

Vielleicht hĂ€tten wir noch eine Fahrt mit einem 4x4 Fahrzeug der WildhĂŒter in den Donana Nationalpark gebucht. An uns fuhren fĂŒnf voll besetzte Autos mit Touris vorbei.

Schade! Nun steht der Arztbesuch mit unserer Sweety an.

Jetzt mĂŒssen wir ersteinmal sehen, was der Tierarzt sagt... 🩼


Wir fahren endlich nach Portugal - das große Ziel unserer Reise 👏👍.