Stationen/ Teil 4
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Das Nordkap - ein langer Weg!
Wir sind angekommen. đ
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Weiterfahrt
Camping bei Alta
Nordlichtkathedrahle
Auf der 93 (E 45) Richtung Finnland
Wasserfallwanderung StraĂe 8008
Die Finnmark in Norwegen/
Von Gargia ĂŒber Masi nach KautokeinoÂ
Die Kirche der Samen mit Gottesdienst undÂ
"Juhls Silberschmiede "Â in Kautokeino
đ Ein Wunsch geht in ErfĂŒllung.
   DAS NORDKAP
Ja, nun ist es bald so weit und wir sind am nördlichsten Punkt Europas angekommen.Â
Man spricht immer nur vom "Nordkap". Keiner sagt, was fĂŒr eine grandiose Natur es bis dahin zu bestaunen gibt.
Kaum jemand spricht ĂŒber die vielen schönen und abwechslungsreichen EindrĂŒcke, die die Landschaft hervorzaubert.
Ich konnte mir nicht vorstellen, was die Natur ab Alta zu bieten hat. Ich dachte, vielleicht nur eine Piste, immer geradeaus. Aber das ist es nicht. Es geht auf und ab, fast leicht gebirgig, dazu die kleinen Seen, die wie Meeresaugen glitzern. Â
Gerade bei gutem Wetter kann man sich nicht satt sehen. Eine tolle Natur und der Himmel, das Wolkenspiel, wunderschön auch diese Weite!
In Minutenschnelle wird es rauh und stĂŒrmisch, dann plötzlich treten die Wolken zurĂŒck und das Licht der Sonne zaubert eine wunderbare Stimmung. Und in diesem Licht der Mitternachtssonne erscheint diese Landschaft doppelt so schön.
Mittwoch, 26. Juni
Auf der letzten Wegstrecke zum Nordkapp.
Wir können kaum schlafen hier auf unserem Wanderparkplatz einhundert km vor dem Ziel, denn es ist sehr windig. Die Böen sind ziemlich heftig und sie pusten alle Wolken mitten in der Nacht bei Seite.Â
Und aufgeregt sind wir auch. Das ist ja wohl verstÀndlich.
Es wird heller und heller. Die Sonne kÀmpft sich in der Nacht durch die Wolken. Ein gutes Zeichen?
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Wir fahren zeitig loĂ, aber gefrĂŒhstĂŒckt haben wir noch.âÂ
Das muss sein.
Und das sind die EindrĂŒcke der wunderbaren Landschaft, die auf den letzten Kilometern an uns vorĂŒberzieht.
Und wieder Rentiere.....
Nun geht es durch die Schranke zum riesengroĂen Parkplatz. Wir sind auf dem Nordkap GelĂ€nde.
Wir zahlen umgerechnet ca. 20,00 Euro, quasi die StellplatzgebĂŒhren.. Alles nur mit Visa Card.Â
(Sogar Duschmarken auf den CampingplĂ€tzen fĂŒr nur einen Euro zahlen wir mit Karte, in Deutschland völlig unmöglich)
đ Die ersten EindrĂŒckeÂ
Der Parkplatz ist weitlĂ€ufig. Eigentlich riesig und einigermaĂen eben, es ist eine geschotterte FlĂ€che.Â
Und das beste ist, er ist jetzt um 10.00 Uhr fast leer.
Wir hatten die Auswahl, wo wir uns hinstellen. NatĂŒrlich mit Blick auf das Meer, auf die Mitternachtssonne und auf die Nordkap Kugel. đ
Und dann in erster Reihe !Â
Das hĂ€tten wir uns nicht trĂ€umen lassen!Â
Die Busse sind auch erst zum Nachmittag eingetroffen. Was fĂŒr ein GlĂŒck. Keine Massen von Menschen.Â
Wir konnten alles entspannt angehen.Â
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Da hat sich doch die Fahrt gestern Abend gelohnt, zumal es unterwegs sehr viele kleine RastplĂ€tze zum Ăbernachten gab. Also Schlafmöglichkeiten waren nicht rar, auch fĂŒr Radfahrer mit ihren Zelten.
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Dieser Adler flog sehr lange ĂŒber unser Womo, wĂ€hrend wir zum Nordkap fuhren, das ich ihn sogar fotografieren konnte.
Durch die Frontscheibe
Die Schranke und der leere Platz
Am Nachmittag sah es schon anders aus. Aber wir standen in der ersten Reihe mit freier Sicht aufs Meer und auf die Mitternachtssonne.đ
Und die Sonne schien, kein Nebel, kein Regen.Â
Das kann man gar nicht genug schÀtzen.
Eine wunderbare Sicht hatten wir und konnten weit ĂŒber das Meer schauen.
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Nun ging es gleich loĂ, um alles zu erkunden!
Man hat ja Angst, das das Wetter jeden Moment umschlagen könnte.
Zuerst ging es zur Weltkugel!đ
Man sieht es ja, wir waren fast alleine. â€ïžÂ
Was fĂŒr ein tolles GefĂŒhl, jetzt standen wir da und konnten es kaum glauben. Immer wieder wird berichtet, wie ĂŒberlaufen die Weltkugel ist.
Das haben wir nicht erlebt, auch nicht nachmittags und auch nicht am nÀchsten Tag.
Die Sonne schien - und der Wind hat gepustet. Herrlich!
NatĂŒrlich haben wir auch die Nordkap-Halle, das Besucherzentrum, besucht. Der Eintritt ist nicht ganz billig, aber es wird sehr viel Informatives geboten. AuĂerdem kann man sich dort im CafĂ© oder Restaurant mit einem tollen Blick auf die Weltkugel verwöhnen lassen.
Mit einem glĂŒcklichen GefĂŒhl und einem SonnengruĂ geht dieser Tag nun zu Ende.
Wir freuen uns, das wir diese ganze Strecke bis hierher geschafft haben, denn das Alter mag uns physisch manchmal die Kraft nehmen, aber es lÀsst uns neue geistige KrÀfte entwickeln.
Schauen wir mal, das wir auf dem RĂŒckweg genauso viele schöne Erlebnisse haben werden.
Wir schlafen trotz Windböen gut und werden morgen im Laufe des Tages ganz langsam nach Alta zurĂŒckfahren. Dort soll es einen kleinen netten kleinen Camping geben.
Zuvor aber noch ein paar Bilder und was es noch so gibt.
Ein Bummel durchs Besucherzentrum, mit Panoramafenster im Restaurant, demÂ ĂŒberdimensionalen Souvernirladen, ein Kino und ein Postamt, auf dem man abgestempelte GrĂŒĂe versenden kann.
Der Parkplatz am Nachmittag.
Die Vegetation dort auf dem Plateau...nebst Vögelchen vor unserem FĂŒĂen auf Nahrungssuche.
Donnerstag, 27. Juni
Ja, wir konnten heute morgen ohne einen langen Spaziergang dort auf dem GelĂ€nde nicht abfahren. Zu schön diese Weite und der strahlende Himmel mit dem Blick ĂŒbers Meer.đ
Bis auf den Wind gab es nichts zu beanstanden. Die Sonne schien ununterbrochen, natĂŒrlich auch die ganze Nacht. Wahnsinn.
Es ist jetzt schon mittags. đ
Wir verabschieden uns vom Nordkapp.đ
Wir rollen loĂ und genieĂen die RĂŒcktour an diesem verbleibenden halben Tag.Â
Machen Pausen, so oft, wie wir denken. Bis wir dann am frĂŒhen Abend auf dem niedlichen Camping vor den Toren von Altas gelandet sind.
Es ist recht nett hier.
(Das Foto ist um 1.30 Uhr aufgenommen)Â
Mit einem Ehepaar, beide ĂŒber 60 aus der Lausitz, die mit einem VW Kombi unterwegs sind, entwickelte sich ein herzliches GesprĂ€ch. Sie wollen morgen zum Nordkap.đ
Wir denken, das uns zwei Tage Ruhe ausreichen, um alles ein bisschen sacken zu lassen. Ein wenig "klar Schiff" machen undÂ
die Route planen ...đ Zuerst geht es nach Alta und dann weiter in Richtung Finnland.
Wir haben ja Zeit....đ
Vor allem ist mein "Fips" (Edwin) jetzt ruhiger geworden.
Sein Wunsch ist erfĂŒllt. Er war am Nordkapp!Â
Er glaubte, wir schaffen die Tour zeitlich nicht.....đ.đ
Bilder vom Camping und einem Picknick unterwegs:
Freitag, 28. Juni
Es ist einfach wunderschön hier, damit meine ich die Natur ringsherum. Und natĂŒrlichauch den Campingplatz. Â
Sehr ruhig ist es, im Schilf brĂŒten die Möwen, die laut piepsen, wenn sich einer auf ihr Nest zubewegt.
Der Campingplatz fĂŒhlt sich an, wie nach Hause zu kommen. GemĂŒtlich und völlig ausreichend.
Auf BlĂŒmchensuche muss man nicht gehen, man stolpert förmlich darĂŒber.
Was macht man so, diese fast zwei Tage? Relaxen, bei dem Wetter, denn die Waschmaschine (7,00 Euro) macht die Arbeit ja alleine und durch die Sonne ist alles rucki-zucki trocken geworden.
Natur pur. Einfach schön.
Wir werden heute nicht alt und fallen gegen elf in die Koje.
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Samstag, 29.6.
Na, das war heute ein Tag!Â
Erstmal gab's FrĂŒhstĂŒck drauĂen bei 20 Grad um 9.00 Uhr, und das im hohen Norden am Eismeer.đÂ
Dann beschlossen wir, die RĂ€der vom Camper wieder in Gang zu setzen.
Wir planen, ersteinmal die Stadt Alta kurz zu besuchen. (Die berĂŒhmten Felszeichnungen lassen wir aus.)
Wir wollen uns die "Nordlicht Kathedrale" anschauen.
Es ist ein ganz besonder Bau, der keine rechten Winkel hat, und zum Himmel hinauf gebaut wurde. Es wird das Nordlicht eingefangen, so sagt man. Sie ist von weitem gut sichtbar, sieht aber auf den ersten Blick nicht aus, wie ein Gotteshaus.Â
Die besondere Form hat etwas mit der Gegend zu tun, denn in Alta kann man sehr gut die Nordlichter sehen. Im Altarraum steht eine Christusfigur, die "Willkommen" und "Kraft" symbolisiert.
Ja, und nun steuern wir unser groĂes Vorhaben an. Wir rollen einige Kilometer entfernt in ein Wandergebiet. Wir wollen bei dem schönen Wetter in die Natur auf Wanderschaft gehen und haben uns eine Wanderung zum Wasserfall ausgesucht.
Das ist die Karte mit der Position und der Name des Wasserfalls.
Der blaue Punkt ist der Parkplatz. (Richtig ist SteaĂe 8008!)
Von hier gehen wir voller Optimismus loĂ.Â
Der Weg (es ist ein Aufstieg) bis zum Wasserfall soll dreieinhalb Kilometer betragen.Â
Na, das ist doch zu schaffen đ.
Aber was uns zu schaffen machte, das waren die verflixten MĂŒcken, nordische Moskitos. Der Edwin zog gleich seine Jacke an und das bei gefĂŒhlten 30 Grad. Ich sprĂŒhe und reibe mich öfter unterwegs ein. Sie beiĂen nicht, aber sie belagern mich.
Nun geht es ĂŒber morastiges GelĂ€nde, der Weg ist anfangs katastrophal.Â
Aber weil wir ein Ego haben, geht's weiter, ĂŒber mehrere kleine provisorische BrĂŒcken und dann endlich wird der Weg trockener. Und warum? Weil wir jetzt etliche Höhenmeter fĂŒr ungefĂ€hr dreiviertel des Weges ĂŒberwinden muĂten.đ¶đ¶
Noch freue ich mich. Aber das bleibt nicht so. Ich muss Pausen machen und mich dann mit den "BeiĂern" arrangieren. Edwin lĂ€uft in der Zwischenzeit umher und versucht sie alle zu erschlagen, was ihm nicht gelingt.đ
Der WegÂ
Ich muss sagen, das alles was im Netz beschrieben wird, nur Halbwahrheiten sind. Die Tour war sehr anstrengend, vor allem bei der SchwĂŒle. Auch junge Leute kamen uns pustend entgegen. Es wurde immer wĂ€rmer und die Sonne hatte eine Kraft, Wahnsinn.
Irgendwann komme ich an den Punkt, sitzen zu bleiben. Ich bin KO. Edwin macht die App "Komot" auf und sagt, das es nur noch 200 Meter "Berg hoch" sind.Â
Man hört ihn schon rauschen, den Wasserfall und der Fluà ist auch in Sichtweite.
Alle KrĂ€fte bĂŒndeln und siehe da, der Wille versetzt Berge.
Wir waren glĂŒcklich und zufrieden. Ein echt toller Wasserfall. Wenn man davor steht, ist man ĂŒberwĂ€ltigt. (Und vergisst die Anstrengungen).
Erstmal die Schuhe ausziehen, bisschen frisch machen und weil es etwas windiger wurde, konnten wir sogar ohne MĂŒcken etwas essen. Das Wasser war gar nicht kalt.
Man erholt sich relativ schnell und das bergab laufen machte mir dann nicht mehr soviel MĂŒhe.
Ein tolles Erlebnis, das war es auf jeden Fall fĂŒr uns.
ZurĂŒck gab's dann eine Ăberraschung. Es fing an zu blitzen und zu donnern. Und es regnete, toll..., das auch noch. Alles, was wir anhatten, war total durchnĂ€sst. Aber was soll's, bisher hatten wir nur GlĂŒck. Im Womo kamen unsere WĂ€scheleinen zum Einsatz und dann rollten wir weiter, runter von der 8008 und auf die E 45 (alt 93).
Das ist eine fantastische Strecke, wenig befahren und stellenweise eng. Erst geht es durch die Altaschlucht, dann durch ein Seengebiet und dann durch das Fjell.Â
Ja, und schlussendlich haben wir uns einen wunderbaren Wanderparkplatz/Rastplatz/Ăbernachtungsplatz in unmittelbarer NĂ€he der 93/E 45 ausgesucht. Und wie es manchmal so kommt, hier gibt es auch einen groĂen Wasserfall, direkt vor unserer Nase. Und wir trafen mehrere junge Fahrradfahrer. Zwei aus Leipzig, mit Mini-Klapp-RĂ€dern, die bis zum Nordkap wollen. Was fĂŒr ein Humor!
Fahrrad- und Motorradfahrer sind sehr viele unterwegs. Sie alle wollen zum Nordkapp.
Aber anschauen konnten wir uns den Wasserfall nur aus der Ferne und das total vermumt, denn diese MĂŒcken sind eine echte Zumutung. DrauĂen sitzen geht gar nicht, trotz MĂŒckenspray. Sehr schade.
Es wÀre nicht so prickelnd, wenn uns diese Blutsauger jetzt die restliche Tour bis nach Finnland begleiten!
Schade, denn diese Landschaft hier in der norwegischen Finnmark (Rastplatz Vikefossen NĂ€he Masi sind wir !) ist echt schön.Â
Die Sonne krabbelt jetzt um 22.00 Uhr durch die Wolken - zur Schlafenszeit hat sich der Regen verzogen.đ
Gute Nachtđ
Sonntag, 30. Juni
Es ist nicht machbar, drauĂen zu frĂŒhstĂŒcken. Die Sonne scheint ins Womo, wir haben die Fenster auf und die Fliegengitter vor, aber einige Viecher krabbeln trotzdem durch.
Neben uns steht ein "Dachzelt" aus Flensburg, der traut sich auch nicht heraus. Wir werden nachher erstmal in Richtung finnischer Grenze rollen. Das heiĂt, wir fahren die StraĂe 93 einmal durch die ganze Finnmark von Norwegen.Â
Quasi von Alta bis zur finnischen Grenze.
Das hier ist ein Landstrich, der von Samen bewohnt wird. Man merkt es hauptsÀchlich an den zweisprachigen Ortsnamen auf den Ortseingangsschildern.
Man fĂ€hrt mit dem Womo durch diese Landschaft und sieht im Prinzip nichts Traditionelles, was das Leben der Samen ausmacht. Da muss man, glaub ich, in ein Freiluftmuseum gehen. Solch ein Museum gibt es in Kautokeino. Dort wird das Leben einer Samensiedlung vor einhundert Jahren dokumentiert.Â
Leider war es geschlossen.
Um so mehr freuten wir uns, als wir direkt in Kautokeino diese Samikirche und einige Frauen, Kinder und MÀnner in Trachten sahen.
Die Samikirche aus dem Netz bei Sonnenschein!
Und nun unsere Wahrnehmungen.Â
Wir waren sowas von erstaunt ĂŒber das farbenfrohe Innere dieser Kirche. Haben dort ein wenig verweilt und dann mitbekommen, das ein Gottesdienst mit Taufe stattfinden soll.
Wir durften bleiben. Die Kirche fĂŒllte sich, fast bis auf den letzten Platz und es war eine solche besinnliche und ruhige AtmosphĂ€re wĂ€hrend des ganzen Gottesdienstes, das wir im Anschluss daran einen ausgiebigen Spaziergang machten.
Das Brauchtum und die Tradition wird gepflegt, von jung und alt. Diese farbenfrohen Trachten sieht man im StraĂenbild ja kaum mehr. Deshalb war das fĂŒr uns sehr beeindruckend.
Und hier die traditionellen, bunten Sami-Trachten. Ich habe versucht, alles diskret von hinten aufzunehmen.
Es wurde viel fotografiert, deshalb störte man sich nicht daran, das auch ich "knipste".Â
So langsam fĂŒllte sich der Gottesraum.
Die Glocken lĂ€uteten, die Orgel spielte und alles wurde nach drauĂen ĂŒbertragen. Man verstand jedes Wort, obwohl wir ja die Sprache nicht können, so deutlich war es.
Tja, das war der Sonntagvormittag in einer samischen Kirche.Â
Die Orgel begleitete den Gesang.
Ich wĂŒrde gerne ein solch "buntes" Volksfest einmal mitmachen. Immer Ostern, so steht's geschrieben.
Ja, und nun sind wir hier in Kautokeino auf einem Park-Platz, direkt vor dem Camping, um eine lange Mittagspause zu machen.
Der Camping war leer. Keine GĂ€ste! Diese Ecke ist auf Winter eingestellt. Extrem Sportarten, wie Husky Fahrten, Motorschlitten fahren, Skilanglauf usw.
Im Sommer "ĂŒberfallen" ganze Herrscharen von MĂŒcken die Wanderer...đ Deshalb ist wohl so wenig los.
Und jetzt erfĂŒlle ich mir einen Wunsch.
In Kautokeino wohnt seit den 1950iger Jahren eine deutsche KĂŒnstlerin, die dort oberhalb des Flusses mit ihrem Mann ein Lebenswerk erschaffen hat.
"Juhls Silberschmiede" , so heiĂt das Anwesen.
Es zog sie als junges MĂ€dchen in die Finnmark, in das Zentrum der samischen Kultur nach Norwegen. Hier lernte sie ihren Mann kennen.
Sie bauten sich ein ungewöhnliches Anwesen, das nach und nach erweitert wurde und reparierten anfangs den Silberschmuck der Samis, bis sie selber den traditionellen Silberschmuck herstellten.
Die Lebensgeschichte der Regine Juhls (schwarz/weiĂ Aufnahmen) wurde in einer Nordreportage gezeigt und hat mich damals schon fasziniert.Â
Nun sind wir hier, an diesem auĂergewöhnlichen Ort, der soviel Magie und WĂ€rme ausstrahlt, das man gar nicht mehr weg möchte.
Man kann im Netz viel ĂŒber die "Silberschmiede Juhls" in Kautokeino nachlesen.
Ich bin jedenfalls sehr stolz, das ich diese KĂŒnstlerin persönlich angetroffen habe. Sie stieg von ihrer Leite mit 85 Jahren und holte sich einen Kaffee. Wir kamen ins GesprĂ€ch. Es war sehr bewegend. Seit ĂŒber zehn Jahren arbeitet sie an ihrem Mosaik, fast tĂ€glich. Es wird wohl nicht fertig, meint sie, aber solange sie die physischen KrĂ€fte noch hat, steigt sie auf die Leiter. đ Wenn sie unten bleiben muss, arbeitet sie wieder in der Werkstatt mit, erzĂ€hlte sie mir.
Der Schmuck wird von ihren Mitarbeitern ganz nach den alten EntwĂŒrfen hergestellt und angeboten. Ihr Mann, der Maler war, lebt nicht mehr. Ihre Tochter ĂŒbernahm das Lebenswerk.
Im Netz unter:
nordlandfieber.de/juhls-silver-gallery-ein-ungewoehnlicher-ort-in-der-finnmark
In die Werkstatt durfte man auch schauen. Wir haben es ziemlich lange in ihrem Reich ausgehalten, denn durch die Vielzahl der RĂ€ume gibt es so einiges zu bestaunen. Man muss es mit eigenen Augen gesehen haben. Beeindruckend waren auch die vielen SammlerstĂŒcke aus Afghanistan, und die Samiausstellung - das alles ohne Eintritt und mit einer FĂŒhrung auf Wunsch kostenlos.
Das Mosaik und die Treppe der KĂŒnstlerin
Mit diesem wundervollen Besuch in diesem einzigartigen Anwesen endet der Sonntag.Â
Wir rollen nun weiter zu einem schönen Platz am FĂ€hrhafen und bleiben dort den Abend und die Nacht.Â
Die MĂŒcken sind abends unertrĂ€glich, nur am Wasser und bei Wind kann man es aushalten.
Ein schöner Tag voller EindrĂŒcke geht zu Ende.đ
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Unsere Tour "Mit dem Womo nach Norwegen"Â Â "Bis zum Nordkapp"
endet hiermit.
Aber es geht weiter... đđ„°
Wir fahren durch Finnland und die Baltischen LĂ€nder - Richtung Heimat.
Und natĂŒrlich berichte ich unter:Â
"Mit dem Womo durch Finnland und die Baltischen LĂ€nder/Estland, Lettland, Litauen"
đđ
Wir sind vier Wochen lang durch Norwegen gereist und haben sehr viel gesehen und erlebt. Der absolute Höhepunkt war natĂŒrlich das Nordkapp. Auch wenn man oft hört, da muss ich nicht hin, können wir sagen, es lohnt sich, die Tour zu machen. Unsere Highlights haben wir allesamt (in vier Teilen) aufgeschrieben, damit wir nichts vergessen.Â
Wir ertappen uns, das wir oft nicht mehr genau einordnen können, wo wir dieses oder jenes erlebt haben.
Noch kurz etwas zum Land Norwegen. Man kann alles super befahren. Jede kleine Wegung ist erschlossen. Das ist nicht mehr so, wie vor ...zig Jahren. Auch mit der Auslegung des "Jedermannsrechts" muss man vorsichtig sein, denn "Wildes Campen" ist oft unerwĂŒnscht, vor allem in Touristenzentren.
Es gibt ausreichend CampingplĂ€tze in allen Kategorien. Einkaufsmöglichkeiten, wie Kiwi oder Rema, fanden wir genĂŒgend vor. Sogar im hohen Norden gibt es alles, was man benötigt.
Und das Wetter war nicht so eisig, wie man vermutet hat. Wir lagen oft zwischen 15 und 20 Grad.
Neben der sehr schönen Natur haben uns die Tiere begeistert. Ohne Frage waren es natĂŒrlich auch die Rentiere, die oft als EinzelgĂ€nger unterwegs sind.
Einige von ihnen kreuzen die StraĂe oder sind am Waldesrand beim Fressen. So hatten wir das GlĂŒck, Foto's zu machen.Â
Im finnischen Lappland - mitten in der Wildnis - gab es noch mehr Rentiere.
Ja, und das Licht in der Nacht ist auch etwas besonderes. Man wird nicht mĂŒde, weil die Sonne die ganze Nacht scheint.
TschĂŒss Norwegen - bis zum nĂ€chsten Mal?
Eine wunderbare Reise durch Norwegen ist nun zu Ende.đ